• Definition:

    Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

    (DVE 08/2007)

     

    Heilmittelverordnung (das Rezept):

    Ergotherapie wird in der Regel von einem Arzt/einer Ärztin verordnet. Dabei orientiert sich der Arzt/die Ärztin an den Richtlinien des Heilmittelkataloges. Generell ist die ergotherapeutische Behandlung eine Kassenleistung. Gesetzlich Versicherte ab dem 18. Lebensjahr sind verpflichtet, einen Eigenanteil der Behandlung zu bezahlen. Diese Zuzahlung beträgt 10 € pro Rezept zzgl. 10% der Behandlungskosten.

    Folgende Patientengruppen sind grundsätzlich von der Zuzahlungsregelung befreit:

    • Privatpatienten
    • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
    • BG- Patienten
    • Zuzahlungsbefreite (Informieren Sie sich bei Ihrer Kasse über die genauen Bedingungen für eine Befreiung)

     

    Geschichte der Ergotherapie:

    In Deutschland entwickelte sich der Beruf Ergotherapeut aus der Zusammenlegung von Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Hermann Simon 1924 eine arbeitstherapeutische Theorie zur Behandlung psychisch Kranker. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland durch britische Krankenschwestern und zur Versorgung der an Psyche und Körper verwundeten deutschen Soldaten und Zivilisten erstmals beschäftigungs- und arbeitstherapeutische Verfahren und Methoden angewendet. In Deutschland wurde 1953 die erste Lehreinrichtung für Beschäftigungstherapie in Hannover gegründet.

    1999 wurden die bis dahin gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut geändert. Die aktuelle gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung lautet Ergotherapeut.

     

    Wissenschaftliche Grundlage:

    Ergotherapie beruht auf (arbeits-) medizinischer, sozialwissenschaftlicher und handlungsorientierter Grundlage. Fachspezifische Grundlagen werden in Deutschland durch Forschungen im Bereich Ergotherapie und Arbeitsphysiologie, sowie im Ausland in den Betätigungswissenschaften (occupational science) erarbeitet.